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OB UDE's in türkisch übersetztes Buch “Wie ich in Kýrmýzý Köprü auf Wölfe wartete”

[Ausgabe: 74 – JANUAR / FEBRUAR / MÄRZ 2009]

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude stellte im Februar in Istanbul sein ins Türkische übersetztes Buch "Kirmizi Köprüde Kurtlari Ararken" ("Wie ich in Kirmizi Köprü auf Wölfe wartete") vor. Auf Initiative von Mustafa Sarigül, dem Bürgermeister des Istanbuler Stadtteils Sisli, wurden acht Erzählungen aus verschiedenen Büchern Udes vom früheren SPD-Europaabgeordneten Ozan Ceyhun übersetzt. Das Buch beginnt mit der Geschichte, wie Ude 1972 als Student mit seiner Freundin und einem Journalistenkollegen in die Osttürkei reiste, um dort Wölfe auf freier Wildbahn zu fotografieren. Die Münchner entdeckten im Gebirge zwar keinen einzigen Wolf, fanden aber Freunde fürs Leben - eine Großfamilie, die im Laufe der Jahre vollständig nach München übersiedelte.

Ude zu ARI: "Seit 1973 kommt jedes Jahr am heiligen Abend eine Abordnung der Familie zu uns, um fröhliche Weihnachen zu wünschen. Das ist ein unverzichtbares Element des Festes bei uns. Schon die Enkel wissen: erst kommen die Türken, dann das Christkind!"

Der Münchner OB hatte Sisli das erste mal 2007 besucht und kam 2008 nochmals mit der gesamten SPD-Stadtratsfraktion. Er sagt: "Dieser Stadtteil überzeugt durch seine Weltoffentheit und Toleranz. Der stellvertretende Bürgermeister ist Armenier, der einzige armenische Bürgermeister in der Türkei. Die katholische Kirche wird von der Kommune unterstützt, es gibt sogar eine Straße, die nach Papst Johannes XXIII benannt ist, der dort schon als Nuntius tätig war. Wir sahen auch einige armenisch-orthodoxe Kirchen und ein alevitisches Gebetshaus sowie eine Synagoge; bei all diesen Gotteshäusern half die Kommune bei der Sanierung. Bei unserem Besuch hat Mustafa Sarigül dem deutschen Generalkonsul versprochen, als nächstes den protestantischen Friedhof zu sanieren. Das ist ein gutes Beispiel für das friedliche Miteinander der Religionen, das wir auch in München praktizieren müssen beim Umgang mit der muslimischen Minderheit, die endlich eine Moschee mitten in einem Wohnviertel bekommen sollte."

ARI / Ýstanbul / Erkan Mýsýrlý

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